Jakobsweg steuert auf einen neuen Rekord zu

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Der Jakobsweg, eine der bekanntesten Pilgerstrecken Europas, erlebt derzeit einen bemerkenswerten Anstieg der Besucherzahlen. Bereits in diesem Jahr 2026 haben mehr als 363.000 Pilger ihre Compostela erhalten – die offizielle Bescheinigung für die Ankunft in Santiago de Compostela. Dies entspricht einem Wachstum von sechs Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2025, das selbst schon mit Rekordzahlen abschloss.

Diese Zahlen stammen von der Oficina del Peregrino, der offiziellen Stelle in Santiago, die das Zertifikat ausstellt. Da nur Pilger gezählt werden, die das Dokument tatsächlich beantragen, dürfte die tatsächliche Zahl der Wanderer und Radfahrer noch höher liegen. Im Jahr 2025 überschritten erstmals mehr als 530.000 Menschen die Marke von einer halben Million Pilger.

Das Jahr 2027 steht im Fokus, weil Galicien dann ein neues Año Santo (Heiliges Jahr) feiert – ein Ereignis, das traditionell eine Welle zusätzlicher Pilger anzieht. Das Heilige Jahr findet immer dann statt, wenn der 25. Juli auf einen Sonntag fällt. Nach den pandemiebedingt verschobenen Jubiläumsjahren 2021 und 2022 wird 2027 das erste Heilige Jahr ohne Einschränkungen sein, was hohe Besucherzahlen erwarten lässt.

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Der Camino Francés bleibt mit 42,8 Prozent der Pilger die beliebteste Route, obwohl sein Anteil seit 2016 zurückgegangen ist. Die portugiesischen Routen, klassisch und an der Küste, wachsen stark und machen zusammen 39,1 Prozent aus. Für Ruhesuchende gibt es auch weniger bekannte Strecken wie die Radroute „Ruta del Holandés“ bei Arzúa.

Die Herkunft der Pilger hat sich ebenfalls gewandelt: Spanier stellen nur noch 39 Prozent, während Amerikaner mit 8,5 Prozent die größte ausländische Gruppe sind, gefolgt von Italienern, Portugiesen und Deutschen.

Der starke Andrang bringt Herausforderungen für die Stadt mit sich. Santiago hat deshalb eine Tourismussteuer eingeführt und die Vorschriften für Geschäfte in der historischen Innenstadt verschärft. Dennoch sind lange Warteschlangen vor der Kathedrale im Sommer keine Seltenheit, und der Lärmpegel in der Altstadt kann mit einer Krankenwagensirene verglichen werden.

Wer eine Pilgerreise plant, sollte diese Entwicklungen berücksichtigen, insbesondere mit Blick auf das Heilige Jahr 2027. Insgesamt zeigt sich, dass der Jakobsweg ein wichtiger Teil des touristischen Booms in Spanien ist, das dieses Jahr auf über 100 Millionen Besucher zusteuert.

Quelle: Agenturen